Liebe Freundinnen und Freunde der Buchhandlung Thaer,
nun sind sie da, die großen Ferien! Das erkennt man unter Anderem daran, dass viele freudig-aufgeregte Eltern und Kinder an der Buchhandlung vorbeispazieren, voller Pläne für die nächsten Wochen. Und auch in der Buchhandlung merkt man, dass viele in den Vorbereitungen stecken. Es werden Reiseführer bestellt und Bücher wiegend in der Hand gehalten – die Koffer und Rucksäcke dürfen ja auch nicht zu schwer werden. Was für ein Glück, dass es immer noch das gute alte Taschenbuch gibt, das sich ja prima als Reisebegleitung eignet. Und gerade dieser Tage sind viele unserer Lieblinge des letzten Jahres in genau diesem leicht verstaubaren Format erschienen. Hier nur ein paar Beispiele besonders zu empfehlender neuer Taschenbücher:
Wolf Haas, „Der Wackelkontakt“
*heute neu erschienen und einfach großartig kluge Unterhaltung, die so richtig Spaß macht!*
Richard Powers, „Das große Spiel“
*Klimakrise und KI in einer Geschichte? Ja, und was für eine! Unbedingt lesen!*
Kristine Bilkau, „Die Halbinsel“
*erscheint am 22.7. als Taschenbuch: fein nuancierte Familiengeschichte, klug beobachtet und mit viel Nordseeweite versehen*
Tan Twan Eng, „Das Haus der Türen“
*Malaysien, 1920er Jahre: Eine geheimnisvolle Familiengeschichte, ein Kriminalfall und äußerst spannendes Porträt des Schriftstellers Somerset Maugham. Zum in die Weite schweifen!*
Wir wünschen Ihnen und Euch einen tollen Juli & August und melden uns im September wieder mit spannenden Ankündigungen und unseren nächsten Lesungsterminen.
Während drei Wochen der Sommerferien haben wir leicht veränderte Öffnungszeiten: Vom 20.7.-15.18. schließen wir schon eine Stunde früher und haben demnach Mo-Fr von 10-18h geöffnet. Am Samstag sind wir wie gewohnt von 10-16 Uhr für Sie da.
Außerdem freuen wir uns sehr, dass uns während der Urlaubszeit die Tochter der Familie Hanemann, unserer Vorinhaber, unterstützen wird. Während wir selbst abwechselnd in den Ferien sind und auch Klaus Palme im August in Dänemark weilt, wird Lea Hanemann in der Buchhandlung sein und hat sicher auch viele gute Tipps parat.
In diesem Sinne folgen nun auch unsere Empfehlungen für Juli und August. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in der Buchhandlung Thaer.
Alles Gute und herzliche Grüße,
Mieke Woelky und Krystyna Swiatek
Krystyna Swiatek empfiehlt „Nicht“ von Dror Mishani
Sie möchten etwas Spannendes lesen, brauchen aber kein Blut, keine Schüsse oder Leichen? Dann lesen Sie das neue Buch des israelischen Autors Dror Mishani:
Eli hat zwei erwachsene Kinder, ist Übersetzer und Krimiautor, seit einiger Zeit ist er verwitwet. Eigentlich hat er sich damit abgefunden, für den Rest seines Lebens allein zu leben. Doch dann lernt er bei einem Abendessen bei Freunden die Cellistin Lia kennen. Sie werden ein Paar. Dror Mishani beschreibt diese gegenseitige Annäherung so sagenhaft leicht, dass man ziemlich schnell denkt: Wo ist der Haken? Natürlich möchte ich diesen jetzt nicht verraten. Doch so viel sei gesagt: Ein Ereignis mit einer darauf folgenden Lüge bringt alles ins Wanken. Da Eli befürchtet, dass die Wahrheit die frische Beziehung beenden könnte, verstrickt sich Eli immer tiefer in Ausreden und Lügengeschichten. Diese Liebesgeschichte ist temporeich und liest sich wie ein Krimi, der so einiges an Überraschungen bereit hält.
Dror Mishani, „Nicht“. Übersetzt von Markus Lemke, Diogenes 2026, 25 Euro, 192 Seiten
Mieke Woelky empfiehlt „Der brennende Garten“ von V.V. Ganeshananthan
Sri Lanka in den frühen 1980er Jahren: Mit diesem Buch kommen wir den politischen Erschütterungen, denen die tamilische Minderheit Sri Lankas in den 1980er und 1990er Jahren ausgesetzt ist, sehr nahe. Anhand der jungen Sashi, einziger Tochter einer wohlhabenden Ärztefamilie, und dem Schicksal ihrer vier Brüder erleben wir den Bürgerkrieg chronologisch und unglaublich nah mit. Während Sashi alles daran setzt, trotz der eskalierenden politischen Situation ihr Medizinstudium zu beginnen, werden ihre Brüder auf sehr unterschiedliche Weise in die sich zunehmend zersplitternden Widerstandsbewegungen gegen die Regierung hineingezogen. So ist auch Sashi gezwungen, sich politisch zu positionieren – mit verheerenden Folgen.
Man merkt diesem Buch an, wie intensiv sich seine Autorin mit der Recherche ihres Materials beschäftigt hat. So ist es nicht nur zu einer packenden Familiengeschichte geworden, sondern auch zu einem sehr eindringlichen und lehrreichen Zeitdokument.