Newsletter Juni 2025

Liebe Freundinnen und Freunde der Buchhandlung Thaer,

schon seit einigen Wochen merken wir in der Buchhandlung, dass die schönste Reisezeit des Jahres angebrochen ist. Viele von Ihnen und Euch haben Reiseführer bestellt, für nah und fern, von Apulien bis Südafrika war alles mit dabei. Und auch die Urlaubslektüre darf dabei natürlich nicht fehlen: ein schöner Schmöker, spannende Krimis, preisverdächtige neue Literatur oder wunderschöne Vorlesebücher für die nahenden Sommerferien. Wir haben bestimmt etwas da, was noch in den Koffer passt und beraten Euch und Sie gern! 

Auch im Juni organisieren wir einige Büchertische für spannende Veranstaltungen des Literaturhauses Berlin. Am 11. Juni sind wir zum Beispiel bei einer Lesung der Reihe „Eine Frau wird älter“. Die Autorinnen Martina Hefter, deren Buch Buch „Hey, guten Morgen, wie geht es Dir“ im letzten Jahr den Deutschen Buchpreis erhielt, trifft auf Katja Oskamp („Marzahn Mon Amour“, „Die vorletzte Frau“). Im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Miriam Stein sprechen die Beiden über das Altern der Frauen in der Literatur und in der Wirklichkeit, über Rollenbilder und die Möglichkeiten, diese zu verändern. Die Veranstaltung beginnt um 19h und findet im Dock11 in der Kastanienallee 79 statt. 

Mit unserem eigenen Veranstaltungsprogramm machen wir nach den Sommerferien weiter und freuen uns schon auf einige spannende Lesungen, die wir rechtzeitig ankündigen werden. 

Zuletzt noch ein Hinweis zum Kulturpass: Alle, die 2006 geboren wurden und ihr KulturPass-Budget bis 31. Dezember 2024 freigeschaltet haben, können es auch noch bis Ende 2025 bei uns verwenden. Ob ein KulturPass-Budget auch für die jungen Menschen zur Verfügung steht, die 2007 geboren wurden, darüber wird die neue Bundesregierung noch entscheiden. 

Mit unseren Empfehlungen für den Juni senden wir herzliche Grüße aus der Buchhandlung,

Ihre Mieke Woelky und Krystyna Swiatek 


Krystyna Swiatek empfiehlt Tan Twan Eng: „Das Haus der Türen“

Das Buch des in Malaysias geborenen Autors Tan Twan Eng bringt so einiges mit, was mich begeistert: ferne Länder, Familiengeheimnisse und einen Einblick in vergangene Zeiten.Es ist 1921 auf der Halbinsel Penang in Malaysia, da taucht der Schriftsteller William Somerset Maugham bei seinem Freund Robert und dessen Frau Lesley auf. Sie wissen zwar um Maughams Angewohnheit, Klatsch und Tratsch aus seinem Freundeskreis in Literatur zu verwandeln, dennoch erzählt Lesley einiges aus ihrem Leben: Ein Revolutionär aus China, der von einer egalitären Gesellschaft träumt, kommt darin vor, die Affären sowohl Lesleys als auch ihres Mannes werden thematisiert – und schließlich noch ein historischer Kriminalfall um eine des Mordes angeklagte Britin.Feinfühlig und konsequent, Tür für Tür, liefert uns der Autor eine unglaublich atmosphärische Analyse der Gesellschaft während der Kolonialzeit sowie ein Porträt von William Somerset Maugham, der hierzulande nicht mehr so bekannt ist. Und noch ein Tipp: Lesen Sie nicht den Klappentext! Denn der verrät viel zu viel.

DuMont Buchverlag, 2025, 352 Seiten, 24 Euro. Aus dem Englischen von Michaela Grabinger

Mieke Woelky empfiehlt Birgit Birnbachers „Wovon wir Leben“

Dieser Roman der österreichischen Autorin Birgit Birnbacher ist Dorfroman und Liebesgeschichte in einem. Vor allem geht es in „Wovon wir leben“ aber tatsächlich um die Frage der Arbeit und des Miteinanders – wovon lebt wer und welchen Wert schreiben wir Arbeit, vor allem die der Pflege und Fürsorge, zu? Gemeinsam mit der Hauptfigur, die aufgrund eines Fehlers ihre Arbeit als Krankenschwester in der Stadt aufgeben muss, ziehen wir zu Beginn der Geschichte zurück in die österreichische Provinz. Als Rückkehrerin trifft sie dort auf den „Städter“, der aus ganz anderen Gründen als sie keiner Arbeit nachgeht. Beide nehmen ihre Umwelt und Mitmenschen sehr unterschiedlich wahr – und stellen sich doch ähnliche lebensphilosophische Fragen: Wie sehr sind Arbeit und das Gefühl von Sinnhaftigkeit miteinander verbunden? Was macht es aus, Arbeit zu haben – oder eben nicht? Und was verrät dieser starke Fokus über uns als Gesellschaft? Ein schönes, leises und doch kraftvolles Buch, ganz neu als Taschenbuch erschienen.

btb Taschenbuch, 2025. 189 Seiten. 14 Euro.